Menu Content/Inhalt
Home
Die weibliche Seite der Gottheit

von Peter Holsner

Aus der dänischen Zeitschrift Den Ny Verdensimpuls (Der neue Weltimpuls) Juni 2008
übersetzt von Uwe Todt

Die Insel Lesbos zwischen Samothrake und Ephesos

Ein Mitarbeiter der Küche des Martinus Zentrums in Klint macht jedes Jahr einen Kuraufent-halt und Gesundheitskurse auf der griechischen Insel Lesbos. Die warmen mineralreichen Quellen der Insel können therapeutisch mit kühlen Meerbädern gewechselt werden und teilen freigebig die organische Lebenskraft der Umgebung mit. Eine weibliche Kraft wird auch im Namen dieser Insel manifestiert, der der Grund des Begriffes ,lesbisch’ ist. Zusammen mit den beiden Inseln Chios und Samos im Ägäischen Meer nahe der türkischen Küste war Lesbos in der Antike eine wichtige Brücke zwischen Griechenland und Kleinasien, berühmt wegen seiner Seefahrer und tüchtigen Bevölkerung in der Kunst ebenso wie in der Wissenschaft – mit begabten historischen Persönlichkeiten wie Homer, Pythagoras und Sappho. Die Dichterin Sappho, auf der Insel geboren um 600 v. Chr., war eine sehr gebildete Frau. Von Plato wurde sie wegen ihrer Ebenbürtigkeit mit den neun anderen beschützenden Göttinnen der Künste und Wissenschaften als die ,zehnte’ Muse angesehen. Ihre der Göttin Aphrodite geweihte, oft erotische Lyrik war den Frauen in ihrer Akademie gewidmet. Sie muss tüchtig gewesen sein, denn sie wurde eine politische Bedrohung und ihre Werke wurden verbrannt.

Lesbos, reich an Bergen mit viel Wald und Millionen von Olivenbäumen, ist Griechenlands drittgrößte Insel. Hier lag einer der größten griechischen Tempel und das nur 75 km südlich von Troja, wo Homers Ilias um das Jahr 1250 v. Chr. stattfand, um die Kultstätte der Weisheit Athenes zu werden. Das trojanische Pferd symbolisiert den neuen keimenden griechischen Intellekt. Troja war die letzte Festung vor der alten östlichen, ganz instinktiven kosmischen Weisheit, und Athene drückt den zarten Beginn der nachfolgenden griechischen Philosophie aus, deren erster historischer Repräsentant Pythagoras von Samos war. Lesbos liegt auch – in einem Abstand von ca. 200 km von beiden – mitten zwischen den sturmumsausten Klippen von Samothrake und Ephesos. Alexander der Große wurde auf der Klippeninsel eingeweiht, während dagegen der Artemistempel von Ephesos in der Nacht seiner Geburt in Brand gesteckt wurde.

Der Artemistempel von Ephesos – 120 m lang und 60 m. breit und um eine große Baumstatue der Göttin Artemis errichtet - war eines der damaligen sieben Weltwunder. In diesem Tempel wurden Pythagoras, Heraklit, Platon und viele andere in die Mysterien des Lebens eingeweiht. Die Einweihung führte zum Erleben der Einheit mit dem Kosmos und der ganzen Erde, der Erfahrung der vorgeburtlichen Existenz der Menschenseele in der Planetensphäre und ihrer Beziehung zur Natur durch die Inkarnation. Ephesos wurde als die letzte große Mysterienstätte für die Übermittlung der alten geistigen Tradition des Orients angesehen und Artemis als ihre allumfassende Weisheit, die nach dem besagten Brand langsam verglomm.

Das Weibliche in der Bibel – Stigmatisierung

Ein neuer christlicher geistiger Impuls begann, als sich der Apostel Johannes und Maria im Jahr 39 n. Chr. in Ephesos niederließen. Maria lebte fünf Jahre an dem Ort. Später wurde auf dem Grund ihres Hauses eine Kapelle errichtet. Die Stätte wurde von einer hellsichtigen Nonne. Anna Katharina Emmerich, beschrieben, so dass später, im Jahre 1891, zwei Priester das Haus finden konnten. Anna Katharina Emmerich (1774 – 1824) bekam ihre Visionen Tag für Tag niedergeschrieben, und sie wurden in Buchform herausgegeben. Es sind Bücher über das Leben von Jesus und Maria, analog Martinus’ kleinem Buch ,Ostern’, in dem er mit seinem geistigen Auge zwei Jahrtausende auf den Verlauf von Jesus Leben zurückschauen konnte. Nach A.K.E. hatte Maria hinter ihrem Haus, etwas auf einem Hügel, eine Art Via Dolorosa geschaffen. Oft durchlebte sie seine Leidenspassion mit tränenvollem Mitgefühl, wie eine Art weiblicher geistiger Entsprechung zu Jesus blutiger Kreuzigung - wie ein Schwert durch das Herz –, und so ging Simeons Voraussage an Maria (Luk. 2; 34-35) in Erfüllung:
„Siehe, dieses ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen –, damit Überlegungen aus vielen Herzen offenbar werden.“¹
Mit allen Aposteln, abgesehen von Thomas, fand dort Marias Krönung statt, als sie beim Begräbnis versammelt waren, und heute reisen Pilger aus aller Welt dorthin. Die Besucher beschreiben das Erleben dort, als ob der Himmel über dieser Stätte offen steht, eine Empfindung, die auch in Klint erlebt werden kann.

Das Neue Testament der Bibel wurde in seinem Bericht über Jesus Leben beschränkt oder autoritativ durch zwei Jahrtausende von seinem geistigen weiblichen Inhalt gereinigt. Darum ist es wichtig, A.K.E.’s Visionen hervorzuheben. Im Alter von 38 Jahren wurde sie stigmatisiert. In außerordentlichen Leiden banden große Blutverluste sie ans Bett. Sie lebte von Wasser und Brot, während ein ständiger Strom von Visionen ihr Bewusstsein erfüllte. Später, im 20. Jahrhundert, ist Therese Neumann aus Konnersreuth eine andere stigmatisierte Frau mit Visionen. In beiden Fällen handelte es sich allerdings um ein altes instinktives Hellsehen, und darum ist die jetzt lebende deutsche Judith von Halle besonders interessant, da sie, abgesehen von ihrer Stigmatisierung Ostern 2004, in ihrer Fähigkeit, Jesus Leidensweg wieder zu erleben, ein modernes Hellsehen besitzt. Von ihr sind mehrere Bücher herausgekommen. Die Zeugenaussagen beider Frauen tragen dazu bei, die biblische Bedeutung der Frau im Christentum wieder aufzurichten . Letztes Jahr soll Judith von Halle nach Ostern in Berlin über Jesus Erlebnisse zwischen Karfreitag und Ostersonntag in der Unterwelt berichtet haben.

Das ewig Weibliche – Sophia und der Mutterkern

Im Alten Testament gibt es bei den Sprüchen Salomons Hinweise auf das Ewig Weibliche,
Kap. 8, 22-23:
„Die Weisheit als Gottes Besitz
Der Herr hat mich geschaffen als Anfang seines Weges, als erstes seiner Werke von jeher. Von Ewigkeit her war ich eingesetzt, von Anfang an, vor den Uranfängen der Erde.

Kap. 8, 30-31:
Da war ich Schoßkind bei ihm, spielend vor ihm allezeit, spielend auf dem (weiten) Rund der Erde, und ich hatte meine Wonne an den Menschenkindern.
Kap. 9, 1
Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, hat ihre sieben Säulen ausgehauen.“

Das stimmt mit Martinus’ Drittem Testament überein, das ganz sicher Gott als Vater anspricht, aber in der Analyse der Gottheit als lebendes Wesen das höchste Organ des Lebens als ,Mutterkern’ oder ,ewigen Lebenskern’ und das grundlegende Energieprinzip des Lebens als ,Mutterenergie’ bezeichnet. Der Mutterkern, mit der innerlichsten und tiefsten Wurzel aller Lebensfunktionen in sich, besteht hinter der Polorganisation. Alle anderen Talentkerne sind in Wirklichkeit Ausläufer dieses einen großen Kerns. Gott ist doppelpolig, sowohl Vater als auch Mutter.

Vom Mutterkern wird das sexuelle Polprinzip und damit der Kreislauf oder die Manifestation des höchsten Feuers selbst in allen ihren Phasen reguliert und manifestiert. Der Grund für die Erschaffung der Welt ist die Sehnsucht und die Ursehnsucht des X1, ist der Keim für das höchste Feuer, das mit seinem spontanen Verlangen, das Leben, das Bewusstsein und das höchste Wohlbehagen zu erkennen, im Intuitionsreich entwickelt wird. Dieses höchste Feuer entzündet des Lebens Urbegehren in der ewigen Urkraft des Selbsterhaltungstriebes, durch den das Ich im Schwingungsbereich von X2 erleben und schaffen kann, und X1 so X3 zur Kulmination der Befriedigung des allerhöchsten Feuers formt. Das ganze Leben ist darum ein sexueller Genuss, und das ewige Leben ist ein eheliches Zusammensein mit Gott, und unsere Gedanken sind Kinder des Ichs und des Urbegehrens.

Wie eine Gebärmutter wird der Mutterkern vom Gedankenkeim des Vaters befruchtet, der durch die Kraft des Urbegehrens und das höchste Feuer im Spiralkreislauf der Polorgane manifestiert und erlebt wird. Das ist Gottes, von dem Schöpfungskeim von Alpha bis Omega erfüllter Plan. Es ist möglich, ihn durch die Intuition zu kontaktieren, einzufangen und zu erlösen. Erwacht zur Manifestation von Ideen, fertig entwickelter ruhender Pläne, von Mustern oder Schöpfungsrichtlinien für die Menschheit, hat das Erdwesen heute seinen gesamten Talentkernpool bereitgestellt, um das Himmelreich auf Erden zu schaffen. Der Mensch soll sich dazu entwickeln, intuitiv die Talentkerne von Gottes Plan für die Erde zu kontaktieren und sie physisch zu verwirklichen. Nicht zuletzt darin, als einer vor dem Entstehen der Welt eingegangenen Absprache, besteht die kosmische Verantwortung der Menschheit, denn nur der Mensch kann auf diese Weise das Physisch-Irdische mit dem Geistigen verbinden.

Die Offenbarung des Johannes, Kap. 11-13

Wie eine Frau vom Samen des Mannes befruchtet wird und eine Leibesfrucht in der organisch schaffenden Kraft der Gebärmutter heranwächst, ist das Erdwesen in seinem Gefühlskörper mit dem kommenden Menschenreich schwanger, in einem Zustand der Geburtswehen. Die 144.000 führenden Menschen der Gruppe A, Kategorie 1 und 2, Abteilung 1, sind jetzt als stützende Säulenstruktur in der Leibesfrucht des Menschen-reiches anwesend, wenn, wie bei jeder Geburt, diese damit eingeleitet wird, dass die Fruchtblase platzt und das Fruchtwasser austritt. In diesem Fall wurde die Haut in den Jahren 1940/41 in dem Todeskampf eines Tieres durch das schwarze Fruchtwasser des tötenden Prinzips der alten sterbenden Weltkultur während des zweiten Weltkrieges gesprengt, und das schwarze Fruchtwasser strömt noch heraus.

In der Offenbarung des Johannes wird diese schwere Geburt beschrieben (Kap.11;19):
„Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel gesehen, und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel,“
Mit Martinus’ „Drittem Testament“ (Testament bedeutet Bund) wird Gottes himmlischer Tempel geöffnet, wie es symbolisch an der Fassade des Martinus Instituts mit dem tempelähnlichen Bau gezeigt wird – mit einem für das Sternensymbol im obersten Dreieck zur Seite gezogenen Vorhang (das Dreieck als Symbol des Lebewesens). Diese Geburt wird in einer Zeit der Weltkriege eingeleitet, in der die Wut des Teufels groß ist, denn er weiß, dass seine Zeit kurz ist. Das bekräftigt Martinus in seiner Erklärung, dass alle Kriege am Ende der „letzten Zeiten“ von der Erde entfernt werden, was wahrscheinlich um die Jahre 2040/41 erwartet werden kann.

„Und ein großes Zeichen erschien im Himmel:Eine Frau bekleidet mit des Sonne und der Mond war unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen. Und sie ist schwanger und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen und soll gebären.“ (Kap.12;1)

Die Geburt des Menschenreiches in dem Gefühlskörper der Mutter Erde geschieht im Bewusstsein des Menschen, denn „das Himmelsreich ist in euch“ und nicht von dieser Welt. Der Widerstand der Finsternis (Satan bedeutet Widerstand) wird mit dem Symbol eines Drachens beschrieben, der sich vor das gebärende Weib stellt, um ihr Kind so schnell wie möglich zu verschlingen. Aber die Geburt des Menschenreiches – als ihr Christuskind – wird von der Vorsehung beschützt. In einer Wüste des Seelentodes mit kosmischen Leichen hat sie eine Stätte, die Gott für sie bereitet hat, so dass sie gebären kann. Die Stätte und die Nahrung, aus der das Menschenreich in den vielen Seelen der Menschheit aufgebaut wird, ist gerade die kosmische christliche Geisteswissenschaft und vor allem Martinus’ ganzes „Drittes Testament“.

Im Kapitel 12 kann man dann weiter lesen, dass der Erzengel/Archai Michael und seine Engel den alten Drachen mit seinem Teufelsbewusstsein zur Erde stürzen, und wie sich der Drachen nach zwei Weltkriegen an das Ufer des Meeres stellt, um Krieg gegen die übrigen Kinder zu führen, die die Menschen sind, die bewusst ein Christentum in ihrem höheren Selbst erschaffen wollen. Der Drachen macht das, indem das Tier aus dem Meer, bzw. aus der Erde, beide persönlich als der Antichrist und sein Prophet aktiviert werden, wie es in der Apokalypse, Kap. 13 beschrieben wird. Die Menschheit befindet sich seit dem zweiten Weltkrieg mit zunehmender Intensität mitten in diesem Kampf. Es ist die Aufgabe der Menschheit, diese Personen, den Antichrist und den falschen Propheten, zu finden, und ihre Aktivitäten zu durchschauen, um der Besessenheit durch den Drachen zu widerstehen.

Sophia

Die ewig weibliche Sophia wird mit Sternen über ihrem Haupt, gekleidet in die Sonne, mit dem Mond unter ihren Füßen symbolisiert. Nach Martinus bedeutet die Einweihung, eins mit der Weltseele und damit eins mit dem Ich der Welt, dem Vater, zu werden – als ein Hinweis auf die ewig weibliche Entsprechung zu dem transzendenten Wesen des Vaters als Schöpfer, wobei das ewig Weibliche als das immanente Wesen der Schöpfung auftritt. Darum muss Sophia auch dreieinig sein – als Gottes Weisheit oder Überbewusstsein mit seinem Ewigkeitskörper, erfüllt von der Schöpfungsfähigkeit der Mutterenergie. Für X1, X2, X3 oder den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist gibt es die Mutter, die Tochter und die Heilige Seele. In der katholischen Kirche findet man diese drei Aspekte oft als die schwarze, die weiße und die rote Madonna beschrieben.

Die zwölf Sterne um Sophias Haupt symbolisieren den himmlischen Bilderkreis der Sternzeichen des Tierkreises, der wie ein Vorhang intuitiv zur Seite gezogen werden kann und den jungfräulichen Gedankensamen und die reine Weisheit der Gottheit offenbart, wie es die Jungfrau Maria konnte, die Jesus gebar. In die Sonne gekleidet zu sein, bedeutet, die geistige Sonne liebevoll von der Seele in das Herz strahlen zu können. während Sophia, indem sie mit dem Mond unter ihren Füßen dasteht, die Lebenskraft des Willens auf der Erde beherrschen kann.

Martinus teilte gewisse Aktivitäten Martha zu, und andere Aufgaben wurden Maria zugeteilt. Das hatte er aus dem Neuen Testament, wo die beiden Frauen im Familienhaus in Bethanien, einige wenige Kilometer vor Jerusalem, Schwestern von Lazarus sind. Maria verantwortete den physischen Haushalt, während Maria Magdalena ihre Seele mit Jesus Lehren erfüllte. So scheint die Jungfrau Maria in Sophias ewiger weiblicher Dreieinigkeit den reinen weißen geistigen Aspekt der Tochter zu repräsentieren, Martha die schöne wärmende, schwarze Lebenskraft der Mutter Erde und die Schwester Maria die rote, herzensliebe Heilige Seele.

Pfingsten – das Zeitalter des Wassermanns

Unter dem Kreuz von Golgatha empfing die Mutter Jesu zusammen mit Johannes sein Wort: „Weib, das ist dein Sohn“, indem er auf den Jünger hinwies, den er liebte. Zu Johannes sagte Jesus: „Das ist deine Mutter.“ Seit dieser Zeit nahm der Schüler sie zu sich heim und zusammen zogen sie später nach Ephesos. Durch Pfingsten wurde Maria zur Herzensmitte im Kreis der Apostel, als der Erzengel Sofia sich mit ihr auf die gleiche Weise vereinte, wie Jesus bei der Jordantaufe zum Jesus Christus wurde. In Coenaculum auf dem Berg Zions konnte Maria Sophia, wie die Mitte eines Herzchakras in seinen zwölf Blättern, dann den Heiligen Geist an die zwölf Schüler vermitteln, die dadurch geistig selbstbewusst zu Aposteln wurden und jeder für sich auch gleichzeitig einen der zwölf Aspekte des Christuswesens der Erde, des Menschenreiches, repräsentierte. Es ist nicht ohne Grund, dass Martinus das internationale Weltreich in zwölf Punkten strukturiert.

Das Christentum oder die christliche Kultur des Menschenreiches wird im Wassermannzeit-alter entwickelt werden. Wir sind jetzt 5 Grad in den Fischen. Die Wassermannzeit beginnt im Jahr 2375 und währt 2160 Jahre. Das wird eine Zeit, in der die einseitig männliche physische Kultur der Fische durch das Wasser des Lebens zu einem Gleichgewicht mit dem Weiblichen ausgeglichen wird. Der Erzengel/Archai Michael, der Sophia in seinem Herzen hat, bahnt den Weg ihrer Geburt als das Christuskind im einzelnen Menschen in seinem höheren Selbst und damit gleichzeitig für das eigene große Christuskind des Erdwesens, das das Menschenreich im Gefühlskörper der Erde ist.

Das Mutterunser Gebet

In seiner Konfrontation mit der Finsternis der Menschheit in der Tiefe des Abgrunds um die Jahre 1940/41 empfing der estnische Geistesforscher Valentin Tomberg das nachfolgende Gebet an unsere „Mutter Erde“ als weibliche Entsprechung zum Gebet des „Vaterunsers“, das Jesus der Menschheit in seiner Bergpredigt vor zweitausend Jahren gegeben hat. Durch die Wiederkunft Christi wird also auch auf dem Gebiet des Gebetes die Möglichkeit der notwendigen Harmonie zwischen Himmel und Erde, Mann und Frau, Innerem und Äußerem geschaffen, Dieses Gebet ergänzt das Vaterunser und wurde zur Freude vieler.

Vater unser, der Du bist in den Himmeln
Mutter unser in unterirdischer Dunkelheit

Geheiligt werde Dein Name
Möge Dein heiliger Name aufs Neue in unserer Erinnerung erstrahlen

Dein Reich komme
Möge der Atem Deines erwachenden Reiches die Herzen aller heimatlosen Wanderer erwärmen

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden
Möge die Auferstehung Deines Willens die ewige Treue erneuern, um ganz in der Tiefe der physischen Substanz zu sein.

Unser täglich Brot gib uns heute
Empfange heute Dein lebendiges Gedenken von Menschenherzen,

vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Die um Vergebung der Schuld bitten, Dich zu vergessen,

Und führe uns nicht in Versuchung
Und die bereit sind, gegen die Versuchung zu kämpfen, die zu einem Leben in der Finsternis geführt hat.

Sondern erlöse uns von dem Bösen
Möge die Tat des Sohnes den ungeheueren Schmerz des Vaters stillen und alle Lebewesen von der Tragödie Deines Zurückziehens erlösen

Denn Dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen
Denn Dein ist die Heimat, die unbegrenzte Weisheit und das allbarmherzige Wohlwollen für alles und alle in den Kreisen des Alls.


Es offenbart die Weltseele sich
Am Kreuze des Weltenleibes.
Sie lebet fünfstrahlig leuchtend
Durch Weisheit, Liebe, Willenskraft,
Durch Allsinn und Ichsinn
Und findet so
Den Geist der Welt in sich.

Rudolf Steiner



¹ Dieses und die folgenden Zitate habe ich nicht übersetzt, sondern aus der Elberfelder Bibelübersetzung, Brockhaus-Verlag Wuppertal, 7. Auflage 2000, entnommen.
 
< Prev